Drei Tage Salzburg fühlen sich anders an als zwei. Du kannst dir Pausen erlauben, kannst Hellbrunn ohne Zeitdruck einbauen und musst nicht in zwei Tagen alles sehen, was die Stadt anbietet. Wir setzen den Schwerpunkt bewusst auf Atmosphäre — länger im Café sitzen, Aussichten genießen, einen Tag aus der Stadt rausgehen.

Salzburg in 72 Stunden auf einen Blick
- Tag 1: Frühstück im Café Bazar, Klassiker links der Salzach, abends St. Peter Stiftskulinarium.
- Tag 2: Hellbrunn-Tag mit Wasserspielen, Schloss und Park — alternativ oder zusätzlich der Zoo Salzburg.
- Tag 3: Mirabellgarten und Schloss Mirabell ausführlich, Museum nach Wahl, Steingasse und Kapuzinerberg bei Sonnenuntergang.
- Atmosphäre vor Programm: drei feste Café-Pausen, kein gehetzter Tagesplan.
- Reservieren! St. Peter und alle Abendrestaurants vorab buchen — am Wochenende und zur Festspielzeit voll.
- Saisonal beachten: Wasserspiele in Hellbrunn laufen April bis Anfang November Aber es folgt ein entzückender Weihnachtsmarkt.

Tag 1 — Die Klassiker, entschleunigt
Vormittag: Frühstück und Altstadt (9:00–13:00)
Frühstück im Café Bazar an der Schwarzstraße. Salzburger Kaffeehaus-Klassik seit 1909, mit Terrasse zur Salzach. Stefan Zweig war Stammgast, heute sitzen hier Einheimische neben Reisenden — und niemand hetzt.
Über die Staatsbrücke in die Altstadt — und gleich in die Getreidegasse: Mozarts Geburtshaus auf Höhe Hausnummer 9 ist der erste Stopp, rund eine Stunde reicht für den Museumsbesuch. Danach weiter die Getreidegasse Richtung Osten zum Alten Markt und Residenzplatz, durch das Domquartier zum Kapitelplatz — und von dort beginnt der Aufstieg zur Festung Hohensalzburg.
Mittag: Festung mit Zeit (13:00–16:00)
Festung Hohensalzburg, aber bewusst mit Mittagspause oben. Mit der Festungsbahn rauf (fünf Minuten) oder zu Fuß über den Festungsberg (eine halbe Stunde).
Für die Festungs-Innenräume, Aussichtsturm und Wehrgang nochmal gut zwei Stunden einplanen. Mehr Hintergrund

Nachmittag und Abend ab 16:00
Rückweg über den Mönchsberg — vorbei an Stupa, Richterhöhe und Museum der Moderne, mit ständig neuen Aussichten. Der Mönchsbergaufzug bringt dich bequem zurück in die Altstadt.
Apéro beim Seppo im Sternbräuhof — Innenhof zwischen Getreidegasse und Griesgasse, lokales Publikum. Abendessen im St. Peter Stiftskulinarium, eines der ältesten Restaurants Europas. Reservierung dringend empfohlen. Wer es lockerer mag, findet Alternativen in Die besten Restaurants in Salzburg: Der ultimative Guide für 2026.

Tag 2 — Hellbrunn-Tag
Anreise nach Hellbrunn
Zwei Möglichkeiten, beide schön:
- Zu Fuß über die Hellbrunner Allee — rund 45 Minuten ab der Altstadt, entlang einer wunderbaren Kastanienallee
- Bus Linie 25 ab Hanuschplatz oder Mozartsteg — etwa 20 Minuten. Taktung tagsüber alle 20 Minuten.
Nach dem Frühstück losgehen, dann bist du zur Mittagszeit am Schloss.
Wasserspiele, Schloss und Park (ab 12:00)
Die Hellbrunner Wasserspiele zuerst — vor dem späteren Andrang. Erzbischof Markus Sittikus ließ sie im 17. Jahrhundert anlegen, um seine Gäste zu überraschen: versteckte Wasserdüsen in Bänken, Tischen und Grotten, die heute noch funktionieren. Etwa 45 Minuten Führung und der Bereitschaft nass zu werden.
Danach das Schloss Hellbrunn selbst — Lustschloss ohne Schlafzimmer, gedacht nur für Tagesbesuche aus der Stadt. Die Räume sind kompakt zu sehen, rechne mit einer Stunde.
Im Anschluss bleiben zwei Wege:
- Schlosspark: weitläufig, kostenfrei, mit Steintheater und dem Pavillon aus „The Sound of Music“. Ideal zum Spazieren oder Picknick.
- Zoo Salzburg: direkt neben dem Schlossgelände, einer der schönsten Zoos im Alpenraum mit Felsbecken und großzügigen Gehegen. Etwa zwei bis drei Stunden Besuch.
Wer mit Kindern reist: Zoo ohne zu zögern. Wer Ruhe sucht: Park.

Abend zurück in der Stadt
Nach Hellbrunn ist man platt. Drei Stil-Optionen, je nach Energie:
- Müder Abend: Frühes Abendessen in einem Salzburger Wirtshaus, danach Salzach-Promenade bei beleuchteter Festung. oder Cocktail im Imlauer Sky Bar als ruhiger Abschluss.
- Sitzend kulturell: Schlosskonzerte Mirabell im Marmorsaal. Klassische Kammermusik in dem Raum, in dem Mozart selbst aufgetreten ist. Vorab buchen.
- Salzburger Eigenheit: Salzburger Marionettentheater — UNESCO-Kulturerbe, Mozart-Opern mit Marionetten. Eine der eigenwilligsten Institutionen der Stadt, oft übersehen.
Tag 3 — Rechte Salzach, mit Aussicht zum Abschluss
Vormittag: Fingerlos, Mirabell, Linzergasse (9:00–13:00)
Frühstück im Café Fingerlos in der Franz-Josef-Straße. Salzburger lieben das Fingerlos für seine Törtchen — die Patisserie zählt zu den besten der Stadt.
Anschließend zum Mirabellgarten. Anders als auf dem Pflicht-Foto vom Pegasusbrunnen lohnt es sich, die ruhigeren Ecken zu sehen: das Heckentheater (ältestes erhaltenes Heckentheater nördlich der Alpen) und der Zwergerlgarten mit seinen barocken Zwergenfiguren. Beides etwas versteckt und meist menschenleer.
Vom Garten ins Schloss Mirabell — der barocke Marmorsaal ist tagsüber frei zugänglich, wenn keine Trauungen oder Konzerte stattfinden. Stuck, Deckenfresken, einer der schönsten Konzertsäle der Stadt.
Weiter über den Makartplatz in die Linzergasse — Salzburgs heimliche Lieblings-Einkaufsstraße. An der Linzergasse liegt der Sebastiansfriedhof, versteckt, ruhig, mit historischer Tiefe: Hier sind Paracelsus sowie Mozarts Vater Leopold und seine Ehefrau Constanze begraben.

Mittag: Linzergasse und Platzl
Mittagessen entspannt in einem Linzergasse-Lokal.
Als Zwischenstopp danach: das Alpz Café am Platzl 3 —Weltmeister-Eis, Crêpes und Waffeln. Im Sommer bis 22 Uhr geöffnet, im Winter bis 19 Uhr.
Nachmittag: Museum nach Wahl (14:00–17:00)
Drei Häuser zur Wahl, je nach Interesse:
- DomQuartier — fürsterzbischöfliches Erbe, Vollrundgang etwa drei Stunden
- Museum der Moderne am Mönchsberg — moderne und zeitgenössische Kunst, große Terrasse mit Aussicht
- Haus der Natur — Familien-Museum, Reptilienzoo, Aquarium, Science Center:
Unsere Empfehlung
Erstbesuch und Barock-Interesse: DomQuartier. Moderne Kunst: Museum der Moderne. Mit Kindern: Haus der Natur.

Abend: Steingasse, Kapuzinerberg, Sonnenuntergang (Abendstimmung)
Der Abschluss des Wochenendes — bewusst entschleunigt und mit Aussicht.
Vom Platzl in die Steingasse abbiegen — Salzburgs schmalste und stillste Gasse mit Kopfsteinpflaster und historischen Häusern. Nach wenigen Metern rechts die Imbergstiege rauf auf den Kapuzinerberg. Steil, aber kurz — bei Tageslicht problemlos. Oben Kapuzinerkloster, Stefan-Zweig-Weg und mehrere Aussichtspunkte über die ganze Altstadt.
Wichtig: Den Aufstieg so timen, dass du zum Sonnenuntergang oben bist — im Sommer gegen 20:30, im Winter schon um 16:30. Für den Rückweg im Dunkeln nicht die Imbergstiege, sondern den besser beleuchteten Weg über die Kapuzinergasse zur Linzergasse nehmen.
Letztes Abendessen in einem klassisches Altstadt-Lokal — siehe.
Wenn du mit Kindern reist
Der 72-Stunden-Plan funktioniert mit Kindern besonders gut: Hellbrunn mit Wasserspielen und Zoo ist ein ganzer Familien-Tag, das Haus der Natur ein zweiter, der Kapuzinerberg ein machbarer Familien-Spaziergang.
FAQ — Salzburg in 72 Stunden
Lohnen sich 72 statt 48 Stunden?
Ja, wenn dir Hellbrunn wichtig ist oder du Salzburg in echter Ruhe sehen willst. Mit 48 Stunden bist du auf die Stadt selbst beschränkt — Hellbrunn, Park und Zoo brauchen einen eigenen Tag.
Wie kommst du nach Hellbrunn ohne Auto?
Bus 25 ab Hanuschplatz oder Mozartsteg, etwa 20 Minuten Fahrt, tagsüber alle 20 Minuten. Alternativ zu Fuß über die Hellbrunner Allee, etwa 45 Minuten. Auch eine Anreise mit dem Auto ist möglich. Der Parkplatz ist aber schnell mal überfüllt.
Wann laufen die Hellbrunner Wasserspiele?
Saisonal von April bis Anfang November. Im Winter ist das Schloss zugänglich, die Wasserspiele aber nicht.
Lohnt sich die Salzburg Card für drei Tage?
Mit Festung, Mozart-Geburtshaus, DomQuartier, Hellbrunn-Schloss und Festungsbahn meistens ja. Details in [INTERN: Salzburg Card].
Reicht ein halber Tag für den Zoo Salzburg?
Für einen kompakten Besuch ja, zwei bis drei Stunden reichen. Wer Kinder dabei hat oder die Fütterungszeiten mitnehmen will, plant einen halben bis ganzen Tag.
