Vom gefeierten Wunderkind zum rebellischen Angestellten: Wolfgang Amadeus Mozarts Beziehung zu seiner Heimatstadt Salzburg war eine Hass-Liebe-Beziehung par excellence. Während heute die ganze Stadt sein Erbe feiert, fühlte sich das Genie zu Lebzeiten oft wie in einem goldenen Käfig. Tauchen wir ein in die Welt des Wolferl, abseits der Mozartkugel.
Geboren:
27. Jänner 1756, Salzburg
Gestorben:
5. Dezember 1791, Wien
Berühmte Werke:
Don Giovanni, Zauberflöte, Le nozze di Figaro, Così fan tutte, Jupiter Symphonie,
Eine Kleine Nachtmusik
Der Bruch mit Salzburg: Konflikt mit Erzbischof Hieronymus Colloredo 1781
Mozarts frühe Jahre in Salzburg

Das Elternhaus in der Getreidegasse – Mozart Geburtshaus
Am 27. Jänner 1756 tat Wolfgang im dritten Stock des Hauses Getreidegasse 9 seinen ersten Schrei. Das „Hagenauer Haus“ war eng, laut und voller Leben. Hier lernte er Geige und Cembalo und es entstanden entstanden seine ersten Kompositionen – noch bevor er lesen und schreiben konnte. Und hier begann das Phänomen, das durch ausgedehnte ReisenEuropa in Atem halten sollte.

Umzug ins Tanzmeisterhaus: Feste, Freunde und Bölzlschießen – Mozart Wohnhaus
1773 zog die Familie Mozart auf die andere Salzachseite in das großzügige Tanzmeisterhaus am Makartplatz. Dies ist ein Ort, den du bei deinem Salzburg-Besuch nicht verpassen solltest. Hier entfaltete sich das gesellschaftliche Leben der Mozarts. Man empfing Gäste, musizierte und frönte einem kuriosen Hobby: dem Bölzlschießen. Mozart liebte dieses Scheibenschießen mit Luftgewehren und machte sich oft über die „spießigen“ Salzburger lustig. In diesen Räumen entstanden aber auch Meisterwerke, die heute weltberühmt sind.
Welche Werke komponierte Mozart in Salzburg?
Oft wird vergessen, dass Mozart nicht erst in Wien zum Meister wurde. In Salzburg entstanden unter anderem:
- Die berühmten Salzburger Sinfonien
- Alle fünf Violinkonzerte (in einem einzigen Jahr: 1775!)
- Die festliche Haffner-Serenade
- Kirchenmusik für den Dom, darunter die Krönungsmesse

Der Konflikt mit Fürst Erzbischof Hieronymus Colloredo
Einer der spannendsten Aspekte von Mozarts Salzburger Zeit
Genie vs. Gehorsam
Die Wende kam mit dem Amtsantritt Colloredos. Colloredo war ein Mann der Aufklärung – nüchtern, sparsam und streng. Er forderte von seinen Musikern Disziplin und Anwesenheit. Für den reiselustigen Freigeist Mozart, der sich als Künstler von Welt sah, war dies eine Qual. Mozart fühlte sich als Diener behandelt. Er musste im Vorzimmer bei den Kammerdienern warten und durfte oft keine eigenen Konzerte geben, um Geld zu verdienen. In seinen Briefen an den Vater machte er seinem Ärger Luft und schimpfte über den „Erzlümmel“.
Der legendäre Fußtritt: Das Ende der Salzburger Jahre
Der Konflikt eskalierte im Jahr 1781. Mozart befand sich im Gefolge des Erzbischofs in Wien und wollte seine Freiheit. Er verlangte seine Entlassung. Der Oberstküchenmeister des Erzbischofs, Graf Arco, hatte schließlich genug von dem aufmüpfigen Komponisten.
Es kam zur berühmtesten Anekdote in Mozarts Berufsleben: Graf Arco beförderte Mozart mit einem Tritt in den Hintern zur Tür hinaus. Dieser Fußtritt war schmerzhaft, aber historisch gesehen ein Befreiungsschlag. Mozart blieb in Wien, wurde freischaffender Künstler und komponierte seine größten Opern.

Mozarts Erbe: Vom ungeliebten Sohn zum Wahrzeichen
Salzburg tat sich lange schwer mit seinem berühmten Sohn, der der Stadt den Rücken gekehrt hatte. Erst 1842, über 50 Jahre nach seinem Tod, wurde das Mozart-Denkmal enthüllt – in Anwesenheit seiner beiden Söhne. Großzügige Förderer im Ausland und in Wien – unter ihnen Bayernkönig Ludwig I. – machten einen Sockel samt Bronzestatue von Ludwig Schwanthaler möglich.
